Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit,
dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens
nichts dringender braucht als eine Frau.
Jane Austen

Tolles Kinderbuch über das Leben im Wasser

In dem Kinderbuch “Ein Pflaster für den Zackenbarsch” erzählt Jens Rassmus kurze Geschichten über das Leben im Meer. Zentrale Figur ist der Doktorfisch, der die Fische verarztet und ihnen auch sonst in vielen Lebenslagen hilft. Treu an seiner Seite ist der Kofferfisch, der – wie der Namen schon sagt – als Koffer fungiert und die Utensilien des Doktorfisches bereit hält.

Die Geschichten sind wirklich sehr unterhaltsam und kurzweilig, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Besonders gut hat mir die fast schon philosophische Geschichte von dem Kofferfisch gefallen, der gerne einmal nass wäre. Denn nass kann man nur in Verbindung mit Luft sein. Unter Wasser ist man nicht “nass”.

Die Geschichten sind aber nicht nur toll erzählt, sondern auch wirklich schön illustriert. Das Buch hat meinen Kindern – fast fünf und fast sieben sehr gut gefallen. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!

Ein spannender schwedischer Krimi

Stefan Anhems Debütroman “Und morgen du” hat mir außerordentlich gut gefallen. Es geht dabei um einen schwedischen Kriminalpolizisten Fabian Risk, der aufgrund einer beruflichen Verfehlung die Hauptstadt verlässt und mit seiner Familie in seine alte Heimat Helsingborg zurückkehrt. Er ist kaum angekommen, als ein brutaler Mord an einem ehemaligen Klassenkameraden stattfindet. Am Tatort ein Bild von Risks Klasse. Als kurz darauf ein weiterer Klassenkamerad stirbt, sind die Polizei und Risk in heller Aufruhr. Eine dramatische Katz-und-Maus-Jagd beginnt, die für Risk und seine Familie sehr gefährlich wird.

Die Geschichte ist unglaublich spannend geschrieben – und das bis zum Schluss. Die Morde sind zwar an und für sich sehr brutal, sie werden aber nicht so ausgeschmückt, wie manche Thriller momentan – das hat mir sehr gut gefallen. FAZIT: Empfehlenswert für Krimifans!

Ein schwacher Liebesroman

Über vorablesen.de habe ich diesmal einen Roman bekommen, der mich leider enttäuscht hat. In Luisa Buresch’ Roman “Wenn die Liebe hinfällt” wir die Beziehung zwischen Alia und Leander beschrieben. In kurzen Rückblenden erfahren wir den Anfang ihrer Liebesbeziehung: so traumhaft, so ein tolles Paar – wie im Bilderbuch. Jetzt sind sie in der Realität angekommen, Alia steckt mitten im Prüfungsstress und auch Tochter Katie fordert ihre Zeit und Energie, so dass die gemeinsame Zeit, gemeinsame Intimität zu kurz kommen. Dann der Supergau: Leander hat eine andere Frau kennen gelernt und zieht aus. Alia ist am Boden zerstört. Da helfen ihre Freundinnen und ihr Nachbar Kolja.

Die Geschichte war jetzt an und für sich schon nichts Besonderes, aber ich war vor allem vom Schreibstil enttäuscht, der sich zunehmend verschlechterte, die einzelnen Kapitel reihten sich sehr merkwürdig aneinander. Dazu kamen dann noch die Probleme der Freundinnen, die eigentlich noch viel Schlimmer dran sind als Alia (Mann Alkoholiker, die andere Freundin wird nicht schwanger). Leander spielt dann auch sehr lange gar keine Rolle mehr. Nervig fand ich auch, dass Alia die neue Freundin immer als “Schlampe” bezeichnet, hat sie dann selbst doch nichts anderes getan – doch auch danach wird sie immer noch als Schlampe bezeichnet.

Merkwürdig finde ich auch das Titelbild – was will uns das Bild mit den Erdbeeren im Zuckerguss sagen? Alles in allem SEHR enttäuschend! FAZIT: Nicht empfehlenswert!

Ein supertoller Krimi!

“Treibland” von Till Raether ist ein toller Kriminalroman: die Geschichte ist spannend geschrieben, die Personen sind nicht eindimensional und sehr anschaulich beschrieben.

Im Zentrum von “Treibland” stehen sowohl ein Kreuzfahrtschiff als auch ein Kriminalpolizist. Auf dem Kreuzfahrtschiff, das unter panamaischer Flagge fährt, wird ein Toter gefunden, der aus allen Körperöffnungen blutet, als das Schiff in Hamburg einläuft. Die Polizeichefin wird gebeten, die Sache klein zu halten, so dass sie Danowski und Finzi mit der Sache betrauen. Ersterer macht keine Stunde mehr als nötig, letzterer hat eine schlechte Phase des Alkoholismus hinter sich. Beide gelten also nicht als DIE tollen Polizisten, so dass die Polizeichefin davon ausgehen kann, dass sie nicht sehr eifrig ermitteln werden. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… mehr sei zum Inhalt nicht verraten werden – es soll ja noch spannend bleiben.

Aber warum halte ich Danowski für einen Super-Polizisten? Zu Beginn erfährt man, dass Danowski beim Neurologen war, weil er glaubt, an einem Gehirntumor zu leiden: immer ist er abgeschlafft, hat oft Kopfschmerzen, manchmal auch Black-outs. Doch die Diagnose ist schnell gestellt: Hypersensibilität! D.h. er nimmt jede noch so kleine Kleinigkeit auf, quasi ohne sie zu filtern. Schnell ist die Festplatte voll (so der gut verständliche Vergleich von Raether), dann kommt die Überlastung. Danowski droht an dieser doch eigentlich grandiosen Eigenschaft für einen Polizisten zu zerbrechen, doch immer mehr kann er dies im Folgenden des Buches einbringen.

Der Kriminalfall ist auch wirklich spannend erzählt: Bei der Todesursache ist schnell an Ebola und Co gedacht. Und dass dieser Toter auf einem Kreuzfahrtschiff auftaucht, ist natürlich ein toller Schachzug: So können die Besatzung und Gäste gut isoliert werden. Das hat natürlich für den weiteren Plot eine große Bedeutung, deshalb gehe ich darauf nicht weiter ein. Insgesamt hat mir der Krimi SEHR gut gefallen. Nachdem ich in letzter Zeit so viele schlechte Krimis gelesen habe, die die Protagonisten so eindimensional dargestellt haben, fühlte ich mich hier sehr wohl. Raether versteht es, die Personen zum Leben zu wecken! BITTE MEHR DAVON!

Ein blutender Engel – mäßiger Krimi

Hier geht es um Kate Rhodes zweiten Roman “Blutiger Engel”:

Ein Mann wird vor die Londoner U-Bahn geworfen und stirbt. Der Polizist Don Burns vermutet direkt, dass ein Serienmörder unterwegs ist, da an Unfallstelle eine Karte mit einem Engel liegt. Er möchte, dass die Kriminalpsychologin Alice Quentin bei dem Fall mitarbeitet. Beide waren wohl schon Protagonisten in Kate Rhodes’ erstem Roman. Damals ist wohl einiges schief gelaufen, weshalb Burns diesmal auf Nummer sicher gehen will. Die beiden ermitteln Investmentmilieu, denn das Opfer arbeitete in der Angel-Bank (aha: der Engel!).

Das Buch ist aus der Perspektive von Alice Quentin geschrieben und hätte insofern tolle Einblicke geben können. Doch Kate Rhodes bleibt voll hinten den Möglichkeiten zurück. Als Quentin zum Beispiel später etwas Schlimmes widerfährt, wird das sehr nüchtern abgehakt. Hier hätte man toll in die Psyche von Quentin eindringen können. Deshalb halte ich die Ich-Perspektive hier für schlecht gewählt. Die Geschichte ist auch ansonsten recht dürftig. Ich habe recht lange für das Buch gebraucht, weil mich der Plot einfach nicht faszinierte. Viele Namen, die auftauchen, aber nicht wirklich zu Personen werden und somit irritieren. Auch die Auflösung der Geschichte empfinde ich als hanebüchen.

Leider ein sehr langweiliger Roman, den ich nicht weiterempfehlen kann.

Die Schöffin

In Judith Arendts Roman “Unschuldslamm” geht es um Ruth Holländer, Besitzerin eines Bistros, die unfreiwillig zur Schöffin berufen wird. Ihr erster Fall beschäftigt sich nun mit dem Mord an der 16-jährigen, in Deutschland lebenden Kurdin Derya. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Ehrenmord aus, verdächtigt wird ihr Bruder, weil dieser ihren westlichen Lebensstil nicht toleriere. Doch direkt am Anfang sagen alle Zeugen zu Gunsten des Bruders aus – niemand sieht in der Familie eine sehr türkisch-kurdisch traditionelle Familie, das Verhältnis zwischen Bruder und Schwester wird als liebevoll und harmonisch beschrieben. Da fragt man sich als Leser, warum der Bruder überhaupt angeklagt wurde. Es ist ein reiner Indizienprozess.

Meiner Meinung nach finde ich die Anklage schon recht haarsträubend, ziemlich schnell kommen andere Spuren im Laufe des Prozesses ans Tagesslicht. Man fragt sich, warum das die Polizei und Staatsanwaltschaft nicht vorher herausfand. Als Arendts in dem Prozess “Einspruch” “Einspruch stattgegeben” schrieb, wurde mir klar, dass sie doch sehr von amerikanischen Serien beeinflusst ist – sowas gibt es im deutschen Gericht überhaupt nicht. Auch ist es nicht verboten, dass die einzelnen Prozessbeteiligten über den Fall reden, solange man keine Befangenheit nachweisen kann. Und meines Wissens werden Schöffen gewählt, d.h. man bewirbt sich. Theoretisch ist dies zwar möglich, praktisch kommt dies aber so gut wie nie vor. Diese Berufung per Brief, ohne dass man das wollte, kennen wir vor allem aus amerikanischen Serien (bei den Geschworenen)… nun ja.

Auch beim Tatort ist ja alles nicht so wie in echt. Aber irgendwie hat mich das gestört. Aber viel mehr hat mich gestört, dass der Fall überhaupt nicht spannend war. Die weitere Entwicklung war nicht spannend dargestellt.

Ich möchte über den Inhalt nicht allzu viel verraten. Dennoch kann man das Buch gut lesen, der Schreibstil ist flüssig, das Buch hatte ich schnell durch. Besonders irritert hat mich, dass der Verlag nicht genau weiß, wer die Autorin ist. Hinten steht auf dem Klappentext “Judith Arendt, eine neue deutsche Krimiautorin” und vorne steht “Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimiautorin” – was denn nun? Neu oder doch schon erfolgreich?? Insgesamt ein Buch, das man durchaus lesen kann, das man aber wohl direkt danach vergisst. Das fand ich etwas schade, weil ich die Grundidee, einen Krimi aus der Perspektive einer Schöffin zu schreiben, durchaus interessant finde.

Der Menschenfeind

Ich habe nun dank vorablesen.de mein zweites Buch von Herman Koch gelesen, wobei dieses sogar noch vor “Angerichtet” geschrieben, aber jetzt erst ins Deutsche übersetzt wurde. Bei “Odessa Star” Fred Moormann, der tief in seiner Midlife-Crisis seinen ehemaligen Schulkollegen Max G. wiedertrifft, der sich im kriminellen Milieu bewegt. Als Fred Max so ganz nebenbei erwähnt, wie sehr er den gemeinsamen ehemaligen Französisch-Lehrer verachtet, wird dieser dann plötzlich tot aufgefunden… So wird Fred nach und nach in das dunkle Milieu hineingezogen.

Zunächst musste ich den Roman mehrmals weglegen. Ich dachte, es liegt daran, dass das Buch so schlecht ist. Doch vielmehr liegt es daran, wie ich dann am Ende feststellen musste, weil es so GUT geschrieben ist. Denn Koch hat seinen Protagonisten Fred so ekelerregend und menschenverachtend beschrieben, dass ich das auf den gesamten Roman übertragen habe. Doch der Roman ist toll geschrieben – es ist ein wirklich empfehlenswertes Buch. Wenn auch nicht so gut wie “Angerichtet”.

Eine Reise in die Vergangenheit eines Schriftstellers

Harry Quebert ist ein angesehener amerikanischer Schriftsteller. In den siebziger Jahren hat er das Buch “Der Ursprung des Übels” geschrieben und damit für Furore gesorgt. Seitdem lehrt er als Professor. Der Jungschriftsteller Marcus Goldman hat bei ihm gelernt, auch sein Debütroman war ein voller Erfolg. Nun ist er seit einem Jahr ganz verzweifelt, weil er einfach nicht in der Lage ist, einen weiteren Roman zu schreiben und wendet sich an seinen früheren Mentor. In dessen Heimatstadt taucht gerade die Leiche der seit 33 Jahren verschwundenen Nola auf – schnell merkt Marcus, dass Harry Quebert Nola sehr gut kannte und dass noch vieles in der Vergangenheit im Dunklen liegt. Er beschließt, daraus seinen neuesten Roman zu machen…

Ich habe das Buch “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” von Joel Dicker als Hörbuch gehört. Es hat mir gut gefallen, auch wenn manche Dinge sicherlich einfacher zu verstehen gewesen wären, wenn man es gelesen hat. So zählten sich beispielsweise die Kapitel immer rückwärts. In einem Buch wäre mir das sicherlich sofort aufgefallen, als Hörbuch “überhört” man sowas schnell, weil die Kapitelzahlen ja in der Regel keine Bedeutung haben. Auch die vielen Wechsel in der Zeitebene machen das Hören anspruchsvoll. Beim Lesen wäre dies vielleicht etwas einfacher gewesen. Torben Kessler hat das Hörbuch aber wirklich sehr schön gelesen.

Dicker schreibt aber sehr schön, auch die Inszenierung der Geschichte finde ich wirklich sehr gelungen. Immer wieder kommt eine neue Wahrheit zum Vorschein, so dass man wirklich erst zum Schluss weiß, was in den 1970er Jahre wirklich passiert ist. Manchmal fand ich es etwas unglaubwürdig, aber das war ingesamt schon in Ordnung.

FAZIT: Es ist alles in allem ein gelungenes Buch, hat mir sehr gefallen. Es hätte übrigens auch wirklich ein amerikanischer Autor sein können, die Mentalität der Neuengländer ist wirklich gut getroffen. Ich war überrascht, als ich hörte, dass Dicker ein Schweizer ist und zudem das Buch noch auf Französisch geschrieben war.

Schöner Jugendliebesroman

Colleen Hovers Roman “Weil ich Layken liebe” erhielt ich über vorablesen.de. Die kurze Leseprobe hat mich direkt begeistert. Es fängt damit an, dass die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan ziehen muss, nachdem ihr Vater plötzlich verstarb. Doch ihre Ankunft wird ihr versüßt, weil sie direkt ihren Nachbarn, den 21-jährigen Will, kennen lernt. Nach ein paar schönen Tagen, die sie zusammen verbringen, ist klar, dass beide unsterblich ineinander verliebt sind – und dass diese eine wirklich besondere Liebe ist. Das hatte mich soooo begeistert, weil man richtig die Funken sprühen sah, dass ich mich riesig gefreut habe, als ich das Buch gewann. Es ist recht einfach geschrieben und auch recht groß gedruckt, so dass ich rasch damit fertig war.

Es war ja von Anfang an klar, dass ein Problem zwischen den Beiden besteht, so einfach kann Liebe in einem Roman ja nicht sein. Also stellt sich heraus, dass Will ihr Lehrer ist – und ihre Liebe somit unmöglich ist. Der Roman beschreibt, wie die beiden diese Situation zu bewältigen versuchen.

Erst etwas später habe ich gemerkt, dass dies wohl auch eher als Jugendbuch gedacht war. Zumindest war auf meiner Ausgabe der Aufdruck “Für Ihre Jugendbuchabteilung” angebracht. Für ein Jugendbuch fand ich es auch wirklich sehr schön. Es sprüht vor Emotionen, man kann sich richtig in die Beiden hineinversetzen. Dennoch fand ich dann gerade den Schluss etwas hanebüchen. Hier will ich darauf natürlich nicht eingehen, um nicht noch mehr zu spoilern, dennoch fand ich das Ende etwas zu platt gelöst. Alles in allem aber ein wirklich nettes Buch, wo man nochmal so richtig mit verliebt sein kann.

Was ist mit Amy passiert?

Nachdem ich den hochsensiblen Roman von Moyes “Ein ganzes halbes Jahr” gehört hatte, braucht ich unbedingt einen ganz anderen Roman und habe sofort  mit Gillian Flynns “Gone Girl” angefangen.

Hier lernen wir Nick Dunne kennen, der mit seiner Frau Amy von New York aufs Land zu seinen Eltern zurückzieht, nachdem beide ihren Job verloren haben. Nick hat mittlerweile mit seiner Schwester eine Bar aufgemacht, während Amy unzufrieden ist und keine Arbeit hat. Als Nick von einem Nachbarn angerufen wird, dass die Haustür seines Hauses offen stehen würde, fährt er nach Hause, um das Haus verwüstet vorzufinden. Es hat offenbar ein Kampf stattgefunden und seine Frau Amy ist verschwunden. Wo ist sie? Was ist mit ihr passiert? Im Laufe der Ermittlungen kommt es zu zahlreichen Unstimmigkeiten und Nick ist der Hauptverdächtige…

Das alles klingt ganz nach Krimi, doch das ist es nicht wirklich. So ist die Erzählweise des Romans wirklich interessant. Nick Dunne erzählt aus Ich-Perspektive in der Gegenwart. Unterbrochen werden diese Erzählungen von Tagebucheintragungen von Amy – begonnen in New York, als sie Nick kennen gelernt hat. Nach und nach erfährt man immer mehr von den Beiden, so dass man als Leser bald auch nicht mehr weiß, woran man ist.

Das Buch ist wirklich interessant geschrieben, gut kontruiert und wirklich spannend! Wirklich ein toller Roman, den ich gerne weiterempfehle!