Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert.
Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Mord auf Fehmarn

Als Mitbringsel vom Ostseeurlaub habe ich soeben den Roman “Ostseegrab” von Anke Clausen zu Ende gelesen. Sophie Sturm, eine Promi-Klatsch-Reporterin aus Hamburg, möchte ihren Liebeskummer auf der Insel Fehmarn bei ihrer besten Freundin Tina vergessen. Doch statt Erholung findet sie nur eine Leiche. Und die schöne Tote war schon die zweite Leiche, die man innerhalb weniger Tagen am Ostseestrand gefunden hat. Da die Frauen beide in ihren Neoprenanzügen steckten, geht die Polizei von Unfällen aus. Doch Sophie glaubt nicht daran und ist sich stattdessen sicher: es war Mord! Alleine geht sie auf Mörderjagd…

Ich hatte keine großen Erwartungen an den Roman, da die meisten “Lokalkrimis” von der Regionalität und nicht von kriminalistischer Finesse leben. Doch dieser Roman hat mich dann doch ganz schön gefesselt. Es wurden ganz deutlich mögliche Täter präsentiert, wobei bei jedem nach und nach Details aus der Vergangenheit zum Vorschein kommen, dass man munter mitraten kann. Letztendlich war es für mich dann doch recht vorhersehbar, das hat der Spannung aber keinen Abbruch getan.

FAZIT: Wider Erwarten ein sehr spannender Krimi - ich werde wohl auch den zweiten Roman um Sophie Sturm lesen…

Erntedank mit Kluftinger

Da man eBooks ja so schnell zum Lesen bekommt, habe ich direkt nach dem ersten Kluftinger-Fall das zweite Buch Erntedank angefangen.

Dieser Krimi ist etwas mystischer angehaucht, auch merkt man bald, dass der Kommissar es mit einem Serienmörder zu tun hat. Die Spuren sind jedoch nicht eindeutig. Wo führen sie hin?

FAZIT: Guter Krimi, kann man wirklich gut zwischendurch lesen.

Auch ich kenne nun Kluftinger

Nun habe ich endlich den ersten Kluftinger-Roman gelesen. In Milchgeld führen Volker Klüpfel und Michael Kobr den Kässpatzen-liebenden Allgäu-Kommissar ein. Er ermittelt in dem Mordfall an einem Lebensmittelchemiker. Vieles deutet darauf hin, dass es sich um einen Rachemord handelt - doch plötzlich ist der mutmaßliche Täter selbst tot.

FAZIT: Mir hat der erste Kluftinger-Krimi wirklich gut gefallen. Es ist wirklich nette lokale Krimikost, die ich nur empfehlen kann.

Das Besondere lag hierbei für mich aber vor allem in der Form des Lesens: Milchgeld war mein ersten eBook! Und ich muss sagen, obwohl ich mich dagegen immer gescheut habe: es hat was! Vor allem braucht man ja viele “leiche Kost-Bücher” wirklich nicht unbedingt noch im ohnehin schon überfüllten Bücherregal!

Eine unbeliebte Frau

Nachdem ich das erste Buch von Nele Neuhaus (ihr vierter Kirchhoff/von Bodenstein-Krimi) gelesen habe, habe ich ihr erstes Buch an einem Tag durchgelesen: Eine unbeliebte Frau. Es hat mir wirklich gut gefallen, aber ich schreibe dies zwei Monate nach dem eigentlichen Lesen und darf gestehen, dass ich schon gar nicht mehr weiß, worum es in dem Fall ging. Insofen ist es wohl ein nettes Buch, aber nichts, was einem langfristig fesselt.

Schneewittchen muss sterben

Mit den Krimis von Nele Neuhaus habe ich mittendrin gestartet, da mit der vierte Band bei einem Krankenhausaufenthalt mitgebracht wurde: In Schneewittchen muss sterben ermitteln die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in einem Mordversuch und müssen sich dabei um einen ganz alten Fall kümmern.

Zwei Mädchen sind vor Jahren verschwunden, die Leichen wurden nie gefunden. Doch einen mutmaßlichen Täter hat man gefasst. Der hat seine Strafe nun abgesessen und kommt in seine alte Heimat, ein kleines Taunusstädtchen zurück. Doch da wird er nicht gerne gesehen, plötzlich wird seine Mutter von der Autobahnbrücke gestoßen und fast tödlich verletzt. Kirchhoff und von Bodenstein haben Zweifel, ob der richtige Täter von damals wirklich gefasst wurde.

FAZIT: Der Krimi hat mir gut gefallen. Ich finde, dass Nele Neuhaus gut und anschaulich schreibt, mit Liebe zu Details. Allerdings war es für mich etwas blöd, dass ich mit dem vierten Band begonnen hatte, da doch einiges “Privates” der Kommissare so vorgegriffen wird. Insgesamt kann ich das Buch aber empfehlen. Nette Lektüre für zwischendurch.

Zwillingsgeschichte

Eines meiner Lieblingsbücher ist “Die Frau des Zeitreisenden” von Audrey Niffenegger. Dieses außergewöhnliche Buch hat mich sowohl von der Geschichte als auch vom Schreibstil derart begeistert, dass es etwas enttäuscht war, es ich sah, dass es Niffeneggers erster Roman war. Jetzt ist endlich ihr zweiter Roman “Die Zwillinge von Highgate” als Taschenbuch erschienen und nachdem ich es gelesen habe, hat mich Niffenegger auch nicht enttäuscht!

Die Geschichte ist auch diesmal wieder ziemlich kompliziert: Elsbeth, ein Zwilling, stirbt an Krebs und vermacht ihren Nichten (auch Zwillingen) ihr Hab und Gut, über das sie unter der Voraussetzung, dass sie ein Jahr lang in ihrer Wohnung leben, verfügen können. Doch Edie, die Mutter der Zwillingsschwestern Julia und Valentina, darf nicht in die Elsbeths Wohnung - die Beiden hatten 20 Jahre lang m.o.w. keinen Kontakt. Nun kann man - wie so oft - nicht mehr viel erzählen, ohne Dinge vorwegzunehmen. Das spielt alles noch eine Rolle: Robert, Elsbeths Partner; der Highgate Friedhof, der direkt neben Elsbeths Wohnung liebt und über den Robert seine Diss schreibt; Martin, ein zwanghafter Nachbar sowie seine nach Amsterdam abgehauene Frau Marijke… und vieles mehr.

Wie auch schon bei “Die Frau des Zeitreisenden” handelt es sich um einen “phantastischen” Roman, unsere Realität wird vielfach in Frage gestellt. Doch die Geschichte um die beiden Zwillinge ist wirklich kreativ. Darüber hinaus findet man viele interessante Gedanken zum Thema Tod. Ich finde: Unbedingt lesen!

Ach ja: Der Untertitel lautet: “Eine unheimliche Liebesgeschichte!”

Die Fortsetzung von Emmi und Leo

Gerade habe ich die Fortsetzung von “Gut gegen Nordwind”, nämlich “Alle sieben Wellen” von Daniel Glattauer zu Ende gehört und war wirklich positiv überrascht. “Gut gegen Nordwind” hat ja vor allem auch durch seine Originalität bestochen, dass eine Geschichte ausschließlich über (elektronische) Briefe geschrieben wird. Außerdem stand ständig die Frage im Raum: “Kriegen sie sich?”

Achtung Spoiler! Hier bitte nicht mehr weiterlesen, wenn Du “Gut gegen Nordwind” noch nicht gelesen hast.

Weiterlesen…

Das Buch vom kleinen Unterschied

Da ich nun ja öfter in den Genuss komme, Kinderbücher zu lesen bzw. vorzulesen, dachte ich mir, es ist Zeit für eine neue Kategorie: Kinderbücher. Und das erste Buch, das aufgenommen wird ist: “Hat Pia einen Pipimax? Das Buch vom kleinen Unterschied”.

Das Buch handelt von Paul für den es im Leben nur zwei Arten von Menschen gibt: die Mit-Pipimax und die Ohne-Pipimax. Und selbstverständlich sind die Mit-Pipimax stärker (und besser und toller) als die Ohne-Pipimax. Paul findet Mädchen deshalb auch doof: Sie sind schwach, spielen nur doofe Mädchenspiele und malen nur doofe Blümchenbilder. Bis Pia in seine Klasse kommt. Und Pia ist anders: Sie kann höher klettern als die Jungs, sie ist stärker als die Jungs und sie malt tolle Mammut-Bilder. Das verwirrt Paul total und er ist überzeugt: Pia muss auch einen Pipimax haben! Und er versucht in den nächsten Tagen und Wochen, diesen Pipimax mal zu sehen, doch es klappt nicht. Als die Beiden beim Schwimmen ihre Badesachen vergessen haben, ist es die Gelegenheit. Und er ist entsetzt: “Aber Pia, Du hast ja gar keinen Pipimax!” Pia schaut erstaunt an sich hinunter: “Nö, ich habe eine Pipimaus!” Und plötzlich ist Pauls Welt anders: Es gibt die Mit-Pipimax und die Mit-Pipimaus!

Okay, jetzt habe ich die gesamte Geschichte erzählt, ist aber glaube ich bei einem Kinderbilderbuch nicht so schlimm.

Ich finde das Buch ganz ganz toll, weil es zeigt, dass man Mädchen (und deren Geschlecht) nicht durch ein Defizit beschreiben soll (Ohne-Pipimax), denn sie haben ja immerhin auch “etwas”, wenn man es auch nur nicht so aufdringlich sieht, wie bei den Jungs. Ob man das nun Pipimax, Pipimaus oder auch anders nennen soll, spielt keine Rolle. Wenn die Kinder älter werden, kommen die richtigen Namen schon von alleine.

Mir haben die Zeichnungen allerdings nicht so gut gefallen, sie sind doch allzu schräg. Die Zeichnerin beschreibt sich zwar selbst als ein Mädchen, das früher auch lieber Mammuts als Blümchen gezeichnet hat, aber dennoch hätte es etwas schöner gezeichnet werden können.

Übrigens: Thierry Lenain ist Vater von Mädchen - wer hätte das gedacht?

FAZIT: Unbedingt lesen! Für Mädchen und Jungs ab 3 Jahren.

Seitensprung rückwärts

Aus der Bücherei habe ich mir “Seitensprung rückwärts” von Olivia Lichtenstein ausgeliehen. Ich freute mich auf einen leichten Roman, aber ehrlich gesagt war er doch allzu leicht und seicht. Es geht um Chloe Schiwago (doofer Name), verheiratet, zwei Kinder im Teenageralter. Sie findet ihr Leben zu langweilig, weiß nicht mehr, ob die Liebe zu ihrem Mann noch besteht und beginnt eine Affäre zu Igor, einem russischen Traummann. Findet sie zum Schluss wieder zurück zu ihrem Mann? Was meint man blos bei dem Titel?

Das Buch hatte ein paar nette Stellen, insgesamt fand ich es aber sehr langweilig und habe für so ein leichtes Buch auch echt lange für gebraucht. Genervt haben mich die Rezepte am Anfang jedes Kapitels. Das sollte deutlich machen, wie wichtig für Chloe (als Jüdin) das Essen ist. War aber nur doof und oft konstruiert. Auch konnte ich mit der Idee eines russischen Traummanns nichts anfangen, weil ich keine anziehenden Russen kenne (vielleicht mit Ausnahme von Kaminer - aber da ist es wohl auch eher der Witz als das Aussehen).

FAZIT: Langweilig!

Kind 44

Als Hörbuch habe ich “Kind 44″ von Tom Rob Smith, gelesen von Bernd Michael Lade (ehemaliger Tatort-Kommissar “Kain”), gelesen. Dieser wirklich spannende Thriller spielt in den 50er Jahren der Sowjetrepublik. Der Offizier Leo bekommt Hinweise auf einen Serienmörder. Doch in der Sowjetrepublik der damaligen Zeit, gibt es gar keine Morde - so werden diese zu Unfällen umdeklariert.

Das Buch ist ungeheim spannend, vor allem auch die Wandlung Leos ist sehr gut beschrieben: vom diensttreuen Leo zum “Vaterlandsverräter”, der auf eigene Faust ermittelt. Allerdings darf man hier nicht zu viel verraten, sonst nimmt man doch einiges vorweg…

FAZIT: Unbedingt lesens- bzw. hörenswert!